Familie im Wandel

Die Familie! Kaum ein anderer Begriff ruft so unterschiedliche Emotionen hervor: jeder Mensch hat seine Erfahrungen und seine Meinung positiver wie negativer Art. Für den einen ist es nur eine Station zum Essen oder Schlafen, für den anderen ein Platz an dem man Liebe, Treue und Geborgenheit erfährt. Von der romantisiert verklärten Idylle bis zum Horrorszenario, die Bandbreite individueller Erlebnisse ist breit gefächert.

Aber, was ist eigentlich eine Familie?

 

Eine allgemeine Definition sieht in der Familie eine vor allem in den Beziehungen zwischen Eltern und Kindern begründete soziale Gruppe eigener Art, die gesellschaftlich als Institution anerkannt ist, aber einem Wandel unterliegt.

 

Nach christlichem Grundverständnis ist in unserem Kulturkreis der Familienbegriff enger, d.h. normativ auf eine lebenslange Ehe (mit Kindern) angelegt.

 

In der Realität wird die Ehe faktisch jedoch immer mehr zu einer Familienform unter anderen. Familien gab es schon immer in unterschiedlichster Gestalt, doch wird der Spielraum für die persönliche Wahl einer Lebensform in unserer Gesellschaft immer größer. Noch ist die vollständige Kernfamilie mit Vater, Mutter, Kind statistisch gesehen die „Normalfamilie“. Die wachsende Vielfalt anderer „Haushaltsgemeinschaften“, die sich bspw. durch Trennungen und Neuorientierungen ergeben, ist jedoch nicht zu übersehen. Je nach Lebenslage werden so immer neue Familien „konstruiert“.

 

Was das auf Dauer für unsere Kinder und demnach für unsere Gesellschaft bedeutet, kann pauschal kaum beurteilt werden. Leider gibt es Ehen, deren Trennung für die Entwicklung der Kinder auf Dauer förderlicher sein kann, als das Festhalten aneinander um jeden Preis.

 

Andererseits werden christliche Maßstäbe, wie gegenseitige Anerkennung und Verläßlichkeit, sowie die Fähigkeit, an Konflikten zu arbeiten, Kompromisse zu machen und Gegensätze zu ertragen, heutzutage oft schon von vorne herein als überholt angesehen.

 

Legt man diese Maßstäbe jedoch an Kinder an, so sind sie aktueller denn je. Für sie ist es eben wichtig in einem möglichst stabilen Lebenskreis aufzuwachsen. Dabei kann die Starthilfe einer Familie zu einer Stütze fürs Leben werden. Insbesondere, wenn aus ihr verläßliche Beziehungen hervorgehen, auf die man im Leben immer wieder zurückgreifen kann. Diese Beziehungen entstehen aber nicht durch ein Fingerschnippen, sondern nur, wenn die Familie neben der Einübung ethisch-sozialen Verhaltens, auch ein Ort des gelebten Vertrauens und gegenseitiger Liebe ist.

 

Andererseits hat sich die Situation und haben sich damit die Aufgaben der Familien in unserer hochtechnisierten, industriellen Epoche gewandelt. Kann dadurch diesen hohen emotionalen Anforderungen überhaupt noch jemand gerecht werden?

Natürlich hat sich die Familienstruktur verformt und ist die Anpassung der Familie an die sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse nicht aufzuhalten. Auch steht sie heute nicht isoliert, sondern in einer Wechselwirkung mit Kindergarten, Schule oder Kirche.

 

Neben der zentralen Bedeutung der Familie in den ersten vier Lebensjahren, bleibt sie jedoch auch darüber hinaus einflußreichste sozialisierende Instanz und ist in der Regel durch keine gesellschaftliche Institution zu ersetzen.

 

Familienleben wirkt nachhaltig auf die Gesellschaft! Die Heranbildung von Menschen, die gleichermaßen verträglich, wie hilfsbereit miteinander leben, ist deshalb von außerordentlicher Wichtigkeit.

 

Bei dieser Gradwanderung, zwischen Veränderung der Lebenssituation einerseits und Kontinuität wichtiger Grundwerte andererseits, dürften Familien nicht alleine gelassen werden. Es müßte vielmehr die Aufgabe der Gesellschaft sein, mit politischen und sozialen Mitteln, finanziell und strukturell die Familie zu ermöglichen und sie nicht zu einem Nachteil werden zu lassen.

 

Familienpolitik müßte viel mehr Brücken bauen, zwischen öffentlichem, beruflichem und privatem Leben und den Begriff nicht nur als Schutzschild hochhalten. Unternehmen dürften sich nicht allein für die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter interessieren, sondern auch für deren familiäre Bindungen.

 

Leider wird jedoch immer mehr Flexibilität zum Zauberwort: der Mensch muß lebenslang lernfähig und jederzeit abrufbar sein. Es scheint, daß der ständig verfügbare und bewegliche Single der Urtyp für Erfolg ist. Wäre dem so, hätte die Lebensform der Familie auf Dauer ausgedient. Ehegatte oder Kinder wären ein „Klotz am Bein“.

 

Aber kann denn der Mensch ein autonomes Subjekt sein? Nein, zu seiner Entwicklung gehört ein intaktes Familienleben, in welcher Form auch immer. So wird die Familie als Ort des Zusammenlebens und der Beständigkeit immer eine große Rolle spielen. Sie ist unersetzbar und wird, wenn auch in gewandelter Form, weiter existieren.

 

Die Auswirkungen für uns alle hängen jedoch meiner Meinung nach nicht in erster Linie vom Personenkreis ab, den sie umfasst. Demnach könnten Definitionsversuche des Begriffs Familie in Zukunft vielleicht ins Leere gehen, wenn sie sich nur daran orientierten.

 

Egal für welchen Familientypus sich der Einzelne auch entscheiden mag: wenn wahre Verbundenheit, Herzkontakt, Nestwärme, Geborgenheit, Toleranz und Unterstützung im Mittelpunkt stehen, so werden die Auswirkungen auf die Kinder und damit auch für unsere Gesellschaft deutlich spürbar sein – und das ist auch gut so!

 

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WEBSITE BOOSTING Nr. 07-08/2018  - Seite 78

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