Was hat Konfuzius hier zu suchen?

"Der Weg ist das Ziel"

Eine der vielleicht am häufigsten zitierten Weisheiten. Und vor allem: eine Aussage, die diese Bezeichnung auch verdient. Dazu ein paar Gedanken in Form von

 

nur zwei meiner persönlichen Erfahrungen:

 

Ich bin ein Morgenmuffel. Ich denke manchmal, dass nur für mich dieser Ausdruck erfunden worden ist. Denn egal wie viel oder wie wenig oder wie lange ich schlafe: ich bin und bleibe es. Sich damit abzufinden fällt schwer, aber das soll hier nicht das Thema sein.

 

Denn dieser Morgenmuffel hat eine Leidenschaft: Hunde! Und diese neigen dazu Auslauf zu benötigen. Morgens und Abends. Was sich mit der Eigenschaft eines Momus nicht besonders gut verträgt.  Aber egal. Die Bedürfnisse des Hundes siegen. Jeden Morgen.

 

Allerdings... nimmt sich der Momu genauso fast jeden Morgen beim müden Aufwachen vor: heute geh ich mal nur ´ne kleine Runde... Und da der Wald rundherum so ähnlich aufgebaut ist wie die Kölner Ringe, man also kleine, mittlere und große Runden gehen und kombinieren kann, liegt dies auch immer im Bereich des Möglichen.

 

Aber auch nur dort. Denn bislang hat mein Vierbeiner immer seine große Runde bekommen. Denn... einmal unterwegs... siegt der Wald mit seinen Gerüchen... siegt die frische Luft als Sauerstoffzelt... wird aus dem Momu ein strammen Schrittes marschierender Frühspo! Dessen Weg das Ziel bestimmt. 

 

Selbstverständlich gilt dies für jede Jahreszeit. Und in die des Winters gehört meine zweite Beobachtung:

 

Im letzten Winter gab es hier im Oberbergischen etliche Gelegenheiten Spaziergänge in unberührter Schneelandschaft zu unternehmen. Das hinterlässt Spuren. Geht man den gleichen Weg zurück, könnte es Spaß machen, dies in den eigenen Fußstapfen zu tun. OK, seitenverkehrt ist es anstrengend. Aber nicht nur deshalb eine Spaßbremse, denn:

 

Auch wenn man noch so vehement behauptet geraden Schrittes gegangen zu sein, so hat man doch Wellenlinien zurückgelassen! Ich gebe zu, das mag daran liegen, im Schnee wegzurutschen - aber ich behaupte, dass man auch auf normalen Wegen, wenn überhaupt, dann nur sehr schwer, kerzengeradeaus gehen kann. Was nicht daran hindert trotzdem doch immer wieder anzukommen... 

 

Für mich erlauben diese beiden winzigkleinen Beobachtungen ganz klare Rückschlüsse: Belaste dich nicht mit guten Vorsätzen, Zielgrößen, -vereinbarungen oder Planungssicherheit. Es mag Stabilität und Verlässlichkeit im Leben geben, aber Sicherheit ist ein Trugschluss. Und auf schnurgerade Wegen endgültig Ankommen auch. Das Leben definiert sich über vieles, aber nicht darüber.

 

Was nicht heißt, keine Ziele im Fokus zu haben. Aber nicht zielgerichtet zu leben, sondern WegGehend, was auch schon mal weggehend, also nicht immer nur "darauf zu" bedeuten kann. Nicht ziel- und rastlos draufloslaufen - denn das erschöpft im tiefen Schnee - und auch mal innehalten und abwägen - und die wunderbar beschneiten Wegränder bewundern - und ansonsten gleichmäßigen Ganges kontinuierlich mit jedem Schritt Fuß zu fassen versuchen... Das hält hellwach und gibt mehr Kraft als es kostet.  

 

 

 

 

WEBSITE BOOSTING Nr. 07-08/2018  - Seite 78

Mein Name steht für die Liebe zum Wort -

und für ein Angebot, das nicht wahllos daherkommt, sondern wahlweise.

 

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