„Auferstehung – Und am Ende ein Gehen ins Licht“

Ein Buch von Jörg Zink und ein Titel, der viel verspricht und meines Erachtens auch hält. Im Folgenden ein persönlicher Querschnitt durch dieses Buch, das naturgemäß nicht die Beantwortung aller Fragen zum Thema leisten, aber auf eindrucksvolle Weise aufzeigt, wie man sich dem Thema nähern kann, ohne das mich mein begrenztes Wissen in einen Strudel von Ängsten ziehen muß:

„Ich weiß nichts. Ich glaube. Glauben ist eine Grundbedingung für menschliches Leben überhaupt. Wir sind Menschen und damit eingegrenzt auf das, was unsere Sinne uns zeigen und was unser Verstand denken kann. Reden wir von Auferstehung, dann meinen wir etwas, das uns keine Erfahrung anzeigt. Erfahren werden wir es erst, wenn wir unser enges, vorläufiges Leben verlassen haben werden.

 

Es war offenbar der Wille Gottes, dass wir in Bildern denken sollen und dass es außer dem Wege über Bilder und Gleichnisse keinen weiteren Aufschluß über unser Leben nach dem Tode geben kann. So haben wir nicht alle Wahrheit, nicht alle Freiheit, aber so viel, wie wir unterwegs brauchen. Wir kennen nicht alle Geheimnisse. Wir lösen nicht alle Rätsel. Wir müssen nur wissen wie wir die nächste Strecke des Weges bewältigen. Wir müssen nicht erkannt haben, warum die Welt sich dreht. Wir dürfen aber vertrauen, dass unserem Geschick ein Plan zugrunde liegt und von uns nur die kleine Treue verlangt ist, auf dem Weg zu bleiben.

 

Von uns ist gefordert, dass wir unsere Augen öffnen und wahrnehmen, was vom Geheimnis Gottes an dieser unserer Welt abzulesen ist. Wir sollen in einem Stein mehr sehen, als nur einen Stein, nämlich eine Schöpfung Gottes. Wir sollen in einem Naturgesetz mehr sehen, als nur ein Naturgesetz, nämlich einen Gedanken Gottes. Wir sollen in einem Menschen mehr sehen, als nur einen beliebigen Menschen: den Menschen sehen, den Christus in ihm sieht. Solange wir hier leben und atmen, kann von unserem Glauben und unserer Hoffnung schon für diese Erde etwas ausgehen. Es kann Leben von uns ausgehen. Gerechtigkeit. Es kann Frieden entstehen um uns her. Es kann Trost von uns ausgehen und Freiheit. Mut für den kommenden Tag und Hoffnung für die Zukunft. So kann das „diesseits“ eine Brücke in das „jenseits“ werden.

 

Was aber heißt „diesseits, was heißt „jenseits“? Gehen wir von der Wortbedeutung aus, so gibt es offenbar eine Grenze, diesseits derer etwas ist und jenseits derer wir etwas vermuten. ich stehe hier. Ich sehe ein Stück weit. Dann entzieht sich mir, was noch folgt. Es ist jenseits meiner Sinneswahrnehmung und meines Denkvermögens. Einen mir befreundeteten Kernphysiker habe ich einmal gefragt, wieviele Dimensionen es gebe. Er antwortete: “Ich kann mir sechzehn denken, aber vielleicht auch fünfundzwanzig.“ Wenn das in die Nähe der Wahrheit käme, dann wäre es so, dass ich die ersten vier Dimensionen kenne und bewohne: die Länge, die Breite, die Höhe, die Zeit. Schon die fünfte ist mir verschlossen und unvorstellbar. Wenn es aber z.B. sechzehn Dimensionen geben sollte, dann wäre zwischen der vierten und der fünften eben nur die Grenze meiner sinnlichen Wahrnehmung. Die Welt bleibt von der ersten bis zur letzten Dimension eine Welt. Sie hängt in sich zusammen. Sie ist nicht geteilt, sondern ein Ganzes. Ich aber bin ein Wesen, das sich nur in einem Winkel dieser großen, ungeheuren, vielschichtigen Welt auskennt. Es geht offenbar nicht darum, sich aus dieser Welt hinaus zu wünschen, sondern vielleicht darum, eine Weitung der Welt zu erleben.

 

Was heißt dann Auferstehung? Ich vermute, es heißt, hindurch treten durch die Grenze zwischen hier und dort. Es heißt Abschied nehmen von den Sinnesorganen, die uns hier die Enge der Welt vorspiegeln. Als Person in eine erweiterte Wirklichkeit einzutreten und vermutlich auch neuen Herausforderungen zu begegnen.

 

Werden wir den Menschen wieder begegnen, die wir einmal geliebt haben? Wenn gilt, daß Gott Liebe ist, und wenn, wie wir folgern dürfen, die Liebe der einzige und wirkliche Sinn unseres Lebens ist, dann endet Liebe nicht mit dem Tag des Todes, dann werden Begegnungen durchaus nicht nur Hoffnungen oder Wünsche bleiben müssen. Wie das aber zugehen mag, das überlassen wir dem Tag, an dem wir es erleben werden.“

 

 

 

Ich wollte gerade einen amazon link setzen und sehe, dass das Buch vergriffen ist und nur noch zu horrenden Preisen gebraucht angeboten wird. Das ist sehr schade. Insofern sich mein Bewerben erledigt hat, bekommen die hier zitierten Ausschnitte allerdings eine noch größere Bedeutung

S. Klief

WEBSITE BOOSTING Nr. 07-08/2018  - Seite 78

Mein Name steht für die Liebe zum Wort -

und für ein Angebot, das nicht wahllos daherkommt, sondern wahlweise.

 

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