Mein Antrieb

Ich sah sie das erste Mal, als ich gerade mit meiner Mutter den Markt besuchte. Während ich quengelte, ein Band für meine zerzausten Haare zu bekommen, hörte ich plötzlich heftiger werdende Stimmen durch den sowieso dröhnenden, lauten Marktalltag.

 

Frauen kreischten, Männer spieen aus, Steine flogen. Kein einziger traf, wie von Geisterhand umgelenkt oder bewusst vorbei geworfen? An dem Stein des Anstoßes, an einer Frau, schön wie die aufgehende Sonne - schwarzes Polanges glänzendes Haar, blitzweiße Zähne, das personifizierte Abbild einer zu Fleisch gewordenen Göttin.

 

Doch übertraf ihre Ausstrahlung noch bei Weitem ihre schon unnatürlich zu nennende Schönheit. Denn von ihr ging eine Aura aus, die eine innere Schönheit versprach, nach der man sich nur süchtig sehnen konnte. Sie ging nicht ihres Weges, sie schritt. Und sie lächelte nicht, sondern sie strahlte von innen heraus. Würdevoll, keine Fassade, sondern in ihrer Art authentisch, hatte es den Anschein, als sähe sie durch die pöbelnde Menge hindurch, die denn auch automatisch zur Seite wich als sie sich näherte und ihr den Weg frei machte.

 

Kontrolliert, diszipliniert und sich bedächtig fortbewegend, einzig angetrieben von einer vornehmen Leidenschaft die ihresgleichen suchte und hier ganz bestimmt nicht fand. Keinerlei eigene Bedürftigkeit ging von ihr aus, weil all ihr Bedarf gedeckt war. Ich hingegen war eine abhängig Bedürftige, getrieben von meinem Streben nach Anerkennung.

 

Ich war in gleichem Maß gefangen, wie sie autark. Und das zog mich fast magisch an. Das es so etwas gab, war mir vorher nicht bekannt. Die erste Frau, die ich sah und viele weitere Jahre sehen sollte, die etwas verkörperte, die so doch eigentlich gar nicht existieren dürfte…

 

Übte das Leben meiner Mitmenschen bislang nicht die geringste Anziehungskraft aus, war sie magnetisch. Versprach allein ihre Nähe eine Erfüllung, die mein eigenes Leben nicht hatte. Aber auch das wurde mir erst in diesem Moment schmerzhaft klar.

 

In dieser fast nur logischen Sekunde, da das alles geschah und ich es im gleichen Moment nicht mal realisieren konnte, aber um so intensiver erfühlte, wäre ich beinahe in einen tiefen Knicks versunken und wurde nur dadurch gebremst, dass ich so den Blick hätte von ihr abwenden müssen.

 

Starrte sie stattdessen weiter an. Niemals hätte ich zu hoffen gewagt, dass sie mich wahrnähme, allein der Gedanke wäre mir ketzerisch erschienen. Da wandte sie ihr Gesicht dem Meinen zu und schenkte mir einen Blick, der mich bis heute lähmt, rufe ich ihn mir wieder ins Gedächtnis. Lähmt und parallel dazu mit einem Feuer der Leidenschaft entzündet, welches mich gleichzeitig wohlig wärmt und innerlich verbrennen lässt.

 

Ich muss mit offenem Mund da gestanden haben, denn plötzlich flog die Hand meiner Mutter darauf und in zischendem Ton herrschte sie mich an: Komm weiter Mädchen, da gibt es nichts zu gaffen. Packte meine Hand und zog mich mit sich fort.

 

Mein erster Kontakt mit IHR, mein erster Kontakt mit einer Welt der Magie, der Heilkunde und des Zaubers, der nicht mein Letzter bleiben sollte... 

 

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WEBSITE BOOSTING Nr. 07-08/2018  - Seite 78

Mein Name steht für die Liebe zum Wort -

und für ein Angebot, das nicht wahllos daherkommt, sondern wahlweise.

 

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